12 Jahre

Heute vor 12 Jahren habe ich vor genau 2 Stunden das aller letzte Mal mit meiner Mutter telefoniert und ich wusste es noch nicht einmal, dass das letzte Telefonat mit ihr sein wird. Sie hat sich mit den Worten "Mach' dir keine Sorgen. Oma soll morgen nach mir schauen und dann wird alles gut. Ich liebe dich, Bussi." verabschiedet und legte auf. Sie klang so entschlossen und auch irgendwie damit fein. Sie wusste wohl was auf sie zu kam - nur ich nicht. Der einzige Satz, der mich bis heute stutzig macht ist "Oma soll morgen nach mir schauen." Mama wollte eigentlich nie einen um sich herum haben und dann soll Oma nach ihr schauen? 

Das war wohl die versteckte Botschaft, die ich zu diesem Zeitpunkt nicht verstanden habe oder nicht verstehen wollte. Ja, der Tod meiner Mutter ist 12 Jahre her, ja es müsste ja langsam mal wieder gut sein, aber ist es für mich nicht. Der Monat Februar fühlt sich jedes mal so an als wäre es erst gewesen. 

Ich brauche keine Sätze wie "Diggi, jeder stirbt einmal" oder "Langsam echt übertrieben so eine Welle darüber zu machen". 1. Meine Entscheidung wie ich damit umgehe und 2. Geht dich das nichts an. Basta. Jeder trauert anders. Manche dramatischer und die anderen emotionsloser. 

Die Beziehung zwischen meiner Mutter und mir war sehr speziell. Nicht dieses typische Mutter-Tochter-Ding. Hat die Alkoholsucht halt nicht zugelassen. Vielleicht auch gerade deswegen hänge ich noch so an ihr. So sehr wie ich sie gehasst habe, habe ich sie auch geliebt. 

Es gibt Tage wo ich sie sehr stark vermisse, aber auch Tage wo ich nicht so oft an sie denke, aber im Herzen ist sie immer präsent.